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am 1. September 2017

DepoNIE - oder doch?

Max Gramberger - In Waldzell gehen die Wogen hoch. Wo Schotter abgebaut wurde, sollen jetzt ‚Baurestmassen' deponiert werden. Wer hat was davon?

In einer beeindruckenden Veranstaltung hat der frisch gegründete Verein 'Zukunft Waldzell' Interessierte über die möglichen Ausmaße und Auswirkungen informiert. Auch unser Bezirkssprecher Max Gramberger und Vorstandsmitglied Lukas Oberwagner haben sich ein Bild gemacht. 

Die Dimension der Deponie ist gewaltig. Aber gerade nicht so groß, dass eine zwingende Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich wäre. Ob das ein Zufall ist? Zusätzliches Volumen ist nämlich vorhanden, auch weil der Schotterabbau noch weitergeht. Eine knappe Million Kubikmeter erfordert eine Menge an LKW-Verkehr. Die Baurestmassen aus der nahen Umgebung würden für die nächsten 1000 Jahre locker deponiert werden können. Aber mit von weit herangekarrtem Material wird die Deponie in 30 Jahren gefüllt sein. Da regt sich natürlich Widerstand und die WaldzellerInnen fragen sich zu Recht, wer hier verdient - und wer draufzahlt.

Die größte Sorge betrifft das Grundwasser, denn wie ausführlich erläutert wurde, befinden sich im Einzugsbereich der geplanten Deponie jede Menge an Brunnen, die im Falle einer Verschmutzung massiv betroffen wären. Außerdem verweist der Verein 'Zukunft Waldzell' auf die vielen Ungereimtheiten, die es bei bestehenden Abbau- und Deponieprojekten des Betreibers gibt. Mit Recht wird darauf hingewiesen, dass zuerst alle Erfordernisse umgesetzt gehören, bevor ein neues Projekt genehmigt wird.

Landesrat Rudi Anschober ist für die Abwicklung des Verfahrens politisch zuständig. Er versprach den Betroffenen, ihre Sorgen ernst zu nehmen und die Beteiligten an den Tisch zu holen um eine Vorgangsweise zu finden, die von allen mitgetragen werden kann. Einladungen zu einem Runden Tisch Mitte September mit LR Anschober gingen bereits an die betroffenen Vertreter. Die derzeit geltenden Gesetze ließen jedenfalls eine grundsätzliche Ablehnung des Projektes nicht zu.
Für Bezirkssprecher Max Gramberger ist die Einschätzung klar: „Bauschuttrecycling muss an erster Stelle stehen, bei uns und genauso in anderen Bundesländern. Alles andere ist ökologischer Unsinn. Es kann nicht sein, dass zwei Drittel des zu deponierenden Materials aus Salzburg kommen, der Betreiber einer Schottergrube sich noch ein zweites Mal eine goldene Nase verdient und die Bevölkerung unter der Verkehrsbelastung leiden und um ihr Trinkwasser fürchten muss. Die gesetzliche Lage nimmt hier nicht ausreichend auf die Bedürfnisse der Menschen und der Natur Rücksicht. Das gehört dringend geändert.“​

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